Stadt Leert kauft Synagogengrundstück

Das Foto zeigt von links Gerda Dänekas (als Begleiterin von Albrecht Weinberg), Unternehmer Helmut Wittrock, Ehrenbürger Albrecht Weinberg, Bürgermeister Claus-Peter Horst und Stadtbaurat Jens Lüning vor dem Werkstattgebäude, hinter dem sich das Synagogengrundstück befindet. (Foto: Stadt Leer)
Das Foto zeigt von links Gerda Dänekas (als Begleiterin von Albrecht Weinberg), Unternehmer Helmut Wittrock, Ehrenbürger Albrecht Weinberg, Bürgermeister Claus-Peter Horst und Stadtbaurat Jens Lüning vor dem Werkstattgebäude, hinter dem sich das Synagogengrundstück befindet. (Foto: Stadt Leer)

Durchbruch bei den Gesprächen: Die Stadt hat sich mit Eigentümer Helmut Wittrock (Rhede) auf den Kauf des knapp 900 Quadratmeter großen Grundstücks der ehemaligen Synagoge an der Heisfelder Straße in Leer geeinigt.

Am Mittwochabend stimmt auch der Verwaltungsausschuss diesem Vorhaben zu. Vorrangiges Ziel ist es, dieses historisch bedeutsame Areal wieder in einen würdigen Zustand zu versetzen. In der Pogromnacht 1938 war dort das Gotteshaus als einstiger Mittelpunkt des jüdischen Lebens in Leer von den Nationalsozialisten niedergebrannt worden.

Bei den Gesprächen zwischen der Stadt und dem emsländischen Unternehmer hatten nicht nur das Synagogen-Grundstück, sondern auch verschiedene daran angrenzende, Flächen und verschiedene inhaltliche Interessen eine Rolle gespielt. Die Verhandlungen gestalteten sich dadurch vielschichtig und anspruchsvoll. Am Ende zeigte sich Helmut Wittrock jedoch kompromissbereit und kam der Stadt in entscheidenden Punkten entgegen – ein Schritt, der letztlich den Weg zur Einigung ebnete.

„Nach dem Besuch bei Albrecht Weinberg und den weiteren Gesprächen wurde uns klar, dass wir das Grundstück nicht bebauen, sondern mit dazu beitragen, dass etwas Gutes und Bedeutungsvolles für die Stadt und ihre Geschichte entsteht. In diesem Zusammenhang möchten wir uns auch bei dem Bürgermeister für die Gespräche bedanken“, sagt der Unternehmer Helmut Wittrock.

„Wir sind Herrn Wittrock sehr dankbar, dass er unser Angebot angenommen hat und uns damit ermöglicht, dieses für die Stadt sehr wichtige Vorhaben umzusetzen“, sagt Bürgermeister Claus-Peter Horst, der die Verhandlungen in Absprache mit dem Stadtrat geführt hatte.

Ein Gedenkort auf dem Gelände der ehemaligen Synagoge ist der große Wunsch des Leeraner Ehrenbürgers und Holocaustüberlebenden Albrecht Weinberg, der am 7. März seinen 101. Geburtstag feiern wird.

Seit Jahren sammelt er bereits Geld, um dieses Anliegen zu unterstützen. Weinberg selbst hatte in der Synagoge in Leer noch kurz vor ihrer Zerstörung als Jugendlicher die „Bar Mizwa“ feiern dürfen.

Die „Bar Mizwa“, eine jüdische Feier, symbolisiert den Übergang zum religiös mündigen Erwachsenen.

Nach der Übergabe des Grundstücks an die Stadt wird zunächst der Archäologische Dienst der Ostfriesischen Landschaft aus Aurich auf der Fläche erwartet, um diese zu untersuchen und Ausgrabungen vorzunehmen. Parallel soll eine Arbeitsgruppe gebildet werden, um Pläne zu entwerfen, wie auf dem Grundstück im Sinne von Albrecht Weinberg ein würdiger und angemessener Ort des Gedenkens geschaffen werden kann.

Wittrock selbst kündigte gegenüber der Stadtverwaltung an, auch auf den Nachbarflächen des Synagogen-Grundstücks aktiv zur Stadtentwicklung beitragen zu wollen. Dort plant der Unternehmer gemeinsam mit einem Bauunternehmer ein größeres Bauvorhaben – und setzt damit ein weiteres Zeichen für die Entwicklung dieses innenstadtnahen Bereiches. Dazu steht der Unternehmer zusammen mit einem Bauunternehmer weiterhin im engen Austausch mit der Stadt.

Claus-Peter Horst betont: „Wir sind sehr froh, dass wir Albrecht Weinberg seinen Geburtstagswunsch erfüllen können.“

Das Foto zeigt von links Gerda Dänekas (als Begleiterin von Albrecht Weinberg), Unternehmer Helmut Wittrock, Ehrenbürger Albrecht Weinberg, Bürgermeister Claus-Peter Horst und Stadtbaurat Jens Lüning vor dem Werkstattgebäude, hinter dem sich das Synagogengrundstück befindet. (Foto: Stadt Leer)
Das Foto zeigt von links Gerda Dänekas (als Begleiterin von Albrecht Weinberg), Unternehmer Helmut Wittrock, Ehrenbürger Albrecht Weinberg, Bürgermeister Claus-Peter Horst und Stadtbaurat Jens Lüning vor dem Werkstattgebäude, hinter dem sich das Synagogengrundstück befindet. (Foto: Stadt Leer)